Wenn nicht geschieht, was wir wollen,
so wird geschehen, was besser ist.
(Martin Luther)
Gott stirbt nicht an dem Tag, an dem wir nicht mehr
an einen personalen Gott glauben.
Vielmehr sterben wir an dem Tag,
an dem unser Leben nicht mehr vom beständigen
Glanz der täglich erneuerten Wunder erhellt wird,
deren Quellen jenseits aller Vernunft liegen.
(Dag Hammarskjöld)
Nichts ist vorher zu berechnen;
alles ist Glück, Bestimmung oder,
richtiger ausgedrückt, Gottes Wille.
(Theodor Fontane)
Man sollte nicht ängstlich fragen:
"Was wird und kann noch kommen?"
Sondern sagen:
"Ich bin gespannt, was Gott jetzt noch mit mir vor hat!"
(Selma Lagerlöf)
"Was für ein Schöpfer? Wir sind einfach Produkte des Zufalls, haben uns von selbst zu immer größerer Vollkommenheit entwickelt."
Im Stillen schmunzeln und auf Gottes Plan vertrauen...
(Alexander Hölle)
Der Zufall ist der gebräuchlichste Deckname von Gottes Plan.
(Alexander Hölle)
Es ist moralisch notwendig, das Dasein Gottes anzunehmen.
(Immanuel Kant)
Ein gesundes Gottesbild ist Voraussetzung für wirkliches Leben.
(Anselm Grün)
Es ist etwas in unserem Herzen, was über die Welt hinausweist.
Wir erfahren es in unserer Sehnsucht.
(Anselm Grün)
Wer Glauben hat, der zittert nicht.
Er überstürzt nicht die Ereignisse, er ist nicht pessimistisch eingestellt.
Er verliert nicht die Nerven.
Glauben - das ist die Heiterkeit, die von innen kommt.
(frei nach Johannes XXIII.)
Der philosophische Glaube ist der Ursprung allen echten Philosophierens. Durch Nachdenken über Gott wird Gottes Sein nur immer fragwürdiger. Dass Gott ist, ist genug! Das wahre Wissen in diesem Felde ist darum ein "Wissen des Nichtwissens".
Philosophische Existenz erträgt es, dem verborgenen Gotte nie direkt zu nahen.
(Karl Jaspers)
Ich halte es nicht für das Wichtigste, welchen Glauben
ein Mensch habe, sondern daß er überhaupt einen habe.
(Hermann Hesse)
Ich glaube, dass trotz des offensichtlichen Unsinns das Leben dennoch einen Sinn hat, ich ergebe mich darein, diesen letzten Sinn mit dem Verstand nicht erfassen zu können, bin aber bereit, ihm zu dienen, auch wenn ich mich dabei opfern muss.
Diesen Glauben kann man nicht befehlen und sich nicht zu ihm zwingen. Man kann ihn nur erleben. Wer es nicht kann, der sucht seinen Glauben dann bei der Kirche oder bei der Wissenschaft oder bei den Patrioten oder Sozialisten oder irgendwo, wo es fertige Moralen, Programme und Rezepte gibt.
(Hermann Hesse)
"Hoff, o du arme Seele,
und sei unverzagt.
Gott wird dich aus der Höhle,
da dich der Kummer plagt,
mit großen Gnaden rücken.
Erwarte nur die Zeit,
so wirst du schon erblicken
die Sonn´, der schönsten Freud.
Auf, auf, gib allem Schmerze
und Sorgen Gute Nacht.
Laß fahren was dein Herze
betrübt und traurig macht.
Ihn, ihn laß tun und walten,
er ist ein weiser Fürst,
und wird sich so verhalten,
daß du dich wundern wirst.
Wenn er - wie ihm gebühret -
mit wunderbarem Rat,
das Werk hinausgeführet,
das dich bekümmert hat.
Er wird dein Herze lösen,
von der so schweren Last,
die du zu keinem Bösen
bisher getragen hast."
(Paul Gerhart)
Dem Menschen einen Glauben schenken heißt,
seine Kraft verzehnfachen.
(unbekannt)
My country is the earth,
and my religion is to do good.
(Thomas Paine)
Über den Glauben eines anderen zu sprechen ist taktlos.
Über seinen eigenen Glauben zu sprechen verrät nur, dass man keinen hat.
(Hans Erich Nosack)
Alles, was ich bisher erlebt habe, lehrt mich, dem
Schöpfer in all dem zu vertrauen, was ich noch nicht
erlebt habe.
(frei nach Ralph Waldo Emerson)
"Das, was der Mensch braucht, steckt in ihm. Gott ist in jedem, man muss Gott nicht erst zu den Menschen tragen."
(aus einem Brief Josef Zeidlers)
"Aber ich habe noch einen Helfer gefunden: Die innere Stimme - oder das Gefühl. Es spielt keine Rolle, wie man es nennt.
Nur eines muss ich noch lernen - und Du weißt schon was: Den allgemeinen Lärm und die Hektik zu meiden, damit die innere Stimme nicht übertönt wird."
(aus einem Brief Josef Zeidlers)
Über Nacht
Noch glauben die Augen nicht, was sie da sehen,
das Ohr meint, es hat sich verhört.
Wir kneifen uns, denn der Verstand bleibt uns stehen,
begeistert, verwundert, verstört.
Über Nacht kann sich alles ändern,
alte Lehren melden den Bankrott,
die Gedanken tasten nach Geländern,
wohl dem, der einen Halt hat ...
Über Nacht rosten blanke Orden
und das Lob von gestern wird zum Spott,
mancher Ruhm ist zur Last geworden,
wohl dem, der einen Halt hat ...
Wir hatten schon lange vergessen zu hoffen,
der Griff der Gewalt machte lahm.
Jetzt sehen wir Fäuste und Herzen weit offen,
wir seh´n es mit Freude und Scham.
Über Nacht geh´n die kurzen Beine
langer Lügen plötzlich nicht mehr flott,
und die Wahrheit reißt sich von der Leine,
wohl dem, der einen Halt hat ...
Über Nacht können Gräber sprechen
und die Henker schleift man zum Schafott,
was einst Recht schien zeigt sich als Verbrechen,
wohl dem, der einen Halt hat ...
Und jubeln wir auch, wenn sich Völker befreien,
und müh´n wir uns, daß es gelingt,
steh´n wir doch auch ratlos und scheu vor dem Neuen
und fragen uns, was es wohl bringt.
Über Nacht können Sockel wanken,
und die Helden wandern auf den Schrott,
und mit ihnen wandern die Gedanken,
wohl dem, der einen Halt hat ...
Über Nacht können Völker beben,
droht nicht irgendwo schon ein Komplott?
Und wer weiß, wie wir morgen leben?
Wohl dem, der einen Halt hat ...
(Liedtext eines gläubigen Lehrers)
KARMA-YOGA
„So schön und einfach ist mein Leben: Geben, immer nur geben.“
(Inschrift eines alten Dorfbrunnens)
Karma-Yoga ist selbstloses Tun, selbstlose Arbeit.
Meine Großmutter war Bäuerin, Mutter von 12 Kindern. Ihr Leben erschöpfte sich in Arbeit von früh bis spät. In ihrem 86jährigen Leben kannte sie weder materiellen Lohn noch Urlaub. Selbst an Sonn- und Feiertagen stopften und strickten ihre Hände. Trotzdem strahlte sie immer Ruhe, Harmonie und heitere Gelassenheit aus.
Was macht ein solches Leben lebenswert?
Befragt darüber, gab sie zur Antwort: „Ich denke mir eben: In Gottes Namen“.
„In Gottes Namen“ etwas tun, heißt: In Einheit mit sich selbst und seiner Umgebung sein; in Selbstlosigkeit zum Wohle aller wirken.
Das ist Karma-Yoga.
Großmutter hatte einmal einem Pfarrer gebeichtet, dass ihre „täglichen Gebete“ wegen der vielen Arbeit viel zu kurz kämen. Der Geistliche, ein weiser Mann, gab ihr zur Antwort: „Deine selbstlose Arbeit ist das beste Gebet!“
(Franz Krabichler)
Es ist die belehrendste und erhabenste Lektüre, die auf der Welt möglich ist; sie ist der Trost meines Lebens gewesen und wird der meines Sterbens sein.
(Arthur Schopenhauer über die BHAGAVAD GITA)
Wir wissen, dass es sich bei der Religion um eine Sprache der Bilder und Gleichnisse handeln muss, die nie genau das darstellen können, was gemeint ist. Es bleibt die Aufgabe gestellt, diesen Sinn zu verstehen, da er offenbar einen entscheidenden Teil unserer Wirklichkeit bedeutet, oder ihn vielleicht in einer neuen Sprache auszudrücken, wenn er in der alten nicht mehr ausgesprochen werden kann.
Auch in der Atomphysik reden wir letztlich in Bildern und Gleichnissen, dass ein Elektron so und so läuft ..., das sind alles Gleichnisse und Bilder, die gar nicht genau stimmen. Aber wir wissen, dass dahinter eine Wirklichkeit steht, die wir in absoluter mathematischer Präzision ausdrücken können und die wir dann durch Experimente auch verifizieren können. Also einfach als Denkmodell schien uns da die Quantentheorie, also die mathematische Formulierung in der modernen Atomphysik außerordentlich nützlich, um auch die Denksituation der Religion besser zu verstehen.
(Werner Heisenberg)
Das Schönste, das wir in unserem Leben erfahren können, ist das Mystische, Geheimnisvolle. Hier liegt die Quelle jeder wahren Kunst und jeden echten Wissens. Derjenige, der dieses Gefühl nicht kennt, der nicht von Ehrfurcht ergriffen werden kann, ist so gut wie tot. Seine Augen sind blind. Dieser nach innen gerichtete Blick auf das Mysterium des Lebens ist gleichzeitig, auch wenn er sich mit der Furcht paart, der Ursprung der Religion.
Zu wissen, dass jenes, was für uns unerforschlich ist, wirklich besteht und sich uns in der höchsten Weisheit und Schönheit offenbart, die wir in unserem Menschenverstande nur in ihrer primitivsten Form erfassen können – dieses Wissen, dieses Gefühl liegt im Mittelpunkt jeder wahren Religiosität.
(Albert Einstein)
Friedrich Schiller hat vor 200 Jahren mal in den „Xenien“ sich die Frage vorgelegt: Warum hast du keine Religion?, und seine Antwort war: Aus Religion! Er wollte sagen: Wer begreift, wovon er spricht, wenn er sagt „Gott“, der muss doch von alleine darauf kommen, dass Gott nicht eingekerkert werden kann im Vatikan oder in der Kaaba in Mekka oder an der Tempelmauer oder in der Grabeskirche in Jerusalem. Gehört denn Gott nicht die ganze Welt und bedeutet nicht ihn anzubeten, die Universalität der Menschlichkeit zu begreifen?
Schaut man genau hin, ist es das, was alle Religionsstifter wirklich wollten, wenn man sie beim Wort nähme, so begrenzt auch ihre historischen Ausgangspunkte sein mögen. Jesus reduziert seine Botschaft ganz und gar auf Judäa, auf Israel. Aber was er dabei lehrt, ist eine Menschlichkeit, die allen gilt, und ein Gott, der so weit ist wie der Himmel für die Wolken und die Schwalben. Er bekommt es fertig, bei Lukas im 10. Kapitel einen Samariter zum Vorbild zu erheben, wie man Gott findet, also jemanden, den ein Jude hassen muss, weil er orthodox genau das Gegenteil von dem denkt und sagt, was man als richtiger Jude denken und sagen muss. Dieser Samariter hasst den Tempel, will die Priester nicht, aber er hat plötzlich die Fähigkeit, in das Leid eines anderen Menschen hineinzugehen. Und Jesus sagt: Ich halte nicht nur für möglich, ich bin mir sicher: ein Priester, der an einem Menschen am Wegesrand vorbeigeht, im Wahn, er finde Gott im Tempel, indem er pünktlich seinen Dienst verrichtet, der verpasst Gott. Aber das ist die Religion der Priester, das sagen sie euch: Ihr findet Gott, wenn ihr Opfer bringt, wenn ihr pünktlich den Ritualdienst leistet, wenn ihr den Tempel heilig haltet. Wer hat euch je gesagt, dass ihr Gott überhaupt nur findet, wenn ihr mit Mitleid in das Leid eines Menschen geht! Nur da ist Gott, und ein leidender Mensch – man schaue sich um – ist überall zu finden. Also gehört doch Gott niemandem außer einem Herzen, das sich öffnet für einen anderen. Gelebte Menschlichkeit ist Religion.
(Eugen Drewermann)
Die folgenden Geschichten sind aus Anthony de Mellos Bücher
"Eine Minute Unsinn", "Eine Minute Weisheit", "Warum der Schäfer jedes Wetter liebt", "Wer bringt das Pferd zum Fliegen?" und "Zeiten des Glücks"
Der verbrannte Buddha
In einer kalten Winternacht bat ein Asket um Unterkunft in einem Tempel. Der arme Mann stand zitternd im Schnee, so dass der Tempelpriester, wenn auch ungern, sagte: "Gut, du kannst hier bleiben, aber nur eine Nacht. Das ist ein Gotteshaus und kein Hospiz. Morgen musst Du weiterziehen."
Mitten in der Nacht hörte der Priester ein seltsames knisterndes Geräusch. Er stürzte in den Tempel, und was er sah, war unglaublich. Der Fremde wärmte sich an einem Feuer, das er in der Kirche entfacht hatte. Eine hölzerne Buddha-Statue fehlte. Der Priester fragte: "Wo ist die Statue?"
Der Wanderer zeigte auf das Feuer und sagte: "Ich dachte, ich würde erfrieren."
Der Priester schrie: "Bist du verrückt? Weißt du, was du getan hast? Das war eine Buddha-Statue. Du hast den Buddha verbrannt!"
Das Feuer verlöschte langsam. Der Pilger starrte hinein und stocherte in der Glut.
"Was machst du jetzt?" schrie der Priester.
"Ich suche die Knochen des Buddha, den ich verbrannt haben soll."
Der Priester erzählte den Vorfall später einem Zen Meister, der sagte: "Du musst ein schlechter Priester sein, wenn dir ein toter Buddha mehr gilt ist als ein lebendiger Mensch."
Wir vergessen allzu leicht eine der großen Lehren der Menschwerdung, nämlich dass Gott sich im Gewöhnlichen mitteilt.
Willst du Gott sehen? Blicke das Gesicht deines Nachbarn an.
Möchtest du ihn hören? Lausche auf das Weinen eines Kindes, das laute Gelächter einer Party, auf das Rascheln der Bäume im Wind.
Möchtest du ihn berühren? Fasse jemanden bei der Hand. Oder berühre den Stuhl, auf dem du sitzt, oder das Buch, das du liest. Oder werde nur still, werde dir deiner Körperempfindungen bewusst, spüre, wie seine Allmacht in dir am Werk ist und wie nahe er dir ist.
Identifikation
"Ich möchte Gott sehen."
"Du blickst ihn jetzt gerade an", sagte der Meister.
"Warum sehe ich ihn dann nicht?"
"Warum sieht das Auge nicht sich selbst", sagte der Meister.
Später erklärte er: "Genau so wenig, wie ein Messer sich selbst schneiden kann oder ein Zahn sich selbst beißen, kann man verlangen, daß Gott sich selbst offenbare."
Der kleine Fisch
„Entschuldigung”, sagte ein Fisch aus dem Ozean zu einem anderen. „Du bist älter und erfahrener als ich und kannst mir wahrscheinlich helfen. Sag mir, wo kann ich die Sache finden, die man Ozean nennt? Ich habe vergeblich überall danach gesucht.”
„Der Ozean”, sagte der ältere Fisch, „ist das, worin du jetzt schwimmst.”
„Das? Aber das ist ja nur Wasser. Ich suche den Ozean”, sagte der jüngere Fisch sehr enttäuscht und schwamm davon, um anderswo zu suchen.
Der Schüler kam zu dem Meister im Sannyasi-Gewand. Und er sprach in der Sprache der Sannyasi: „Jahrelang habe ich nun nach Gott gesucht. Ich bin von zu Hause weggegangen und habe überall nach ihm Ausschau gehalten, wo er angeblich sein soll: auf Bergesgipfeln, im Herzen der Wüste, in der Stille der Klöster und in den Behausungen der Armen.”
„Hast du ihn gefunden?” fragte der Meister.
„Ich wäre ein eitler Lügner, sagte ich ja. Nein, ich habe ihn nicht gefunden. Und ihr?”
Was konnte ihm der Meister antworten? Die Abendsonne sandte goldene Strahlen in den Raum. Hunderte von Sperlingen tschilpten vergnügt auf einem nahen Feigenbaum. In der Ferne konnte man Straßenlärm hören. Ein Moskito summte warnend am Ohr, daß er gleich zustechen würde... und doch konnte dieser gute Mann dasitzen und sagen, er hätte Gott nicht gefunden, er würde immer noch nach ihm suchen.
Nach einer Weile verließ er enttäuscht das Zimmer des Meisters, um anderswo weiterzusuchen.
Hör auf zu suchen, es gibt nichts zu suchen. Sei einfach still, öffne die Augen und sieh dich um. Du kannst es nicht übersehen.
Um das Glück zu erlangen, müssen Sie gar nichts tun
Gott lässt sich nicht dadurch erreichen, dass man seiner Seele etwas hinzufügt, sondern indem man etwas abzieht.
(Meister Eckhart)
Niemand hat mir in der Schule beigebracht, wie ich leben soll, wieviel anderes ich auch gelernt haben mag. So sagte jemand: „Ich habe eine hervorragende Ausbildung genossen. Ich brauchte Jahre, um darüber hinwegzukommen.“
Darum geht es bei dem, was ich Spiritualität nenne: verlernen. Verlernen Sie den vielen Unsinn, den man Ihnen beigebracht hat.
Von Gott können wir nicht sagen, was er ist, sondern nur, was er nicht ist. Deshalb können wir keine Aussage darüber treffen, wie er ist, sondern nur darüber, wie er nicht ist.
(Thomas von Aquin)
Ich muss Dir in aller Ehrlichkeit gestehen, dass Gott für mich das Geheimnis schlechthin ist und immer war. Ich verstehe nicht, was Gott ist, niemand kann das. Wir haben Ahnungen und Andeutungen, wir machen stümperhafte und unzulängliche Versuche, das Geheimnis in Worte zu fassen. Aber es gibt kein Wort und keinen Ausdruck dafür.
(Jesuitenpater Karl Rahner)
Die Aufgabe des Theologen besteht darin, alles durch Gott zu erklären und Gott als den Unerklärbaren zu erklären.
(Jesuitenpater Karl Rahner)
Ist Gott ein liebender Vater, oder ist Gott der große Peiniger?
Für beides lassen sich Belege finden. Ich erinnere mich, wie mich meine
Schwester fragte, als meine Mutter an Krebs erkrankte: "Toni, warum
lässt
Gott
unsere Mutter leiden?"
Ich antwortete ihr: "Meine Liebe, letztes Jahr
mussten in China wegen einer Dürrekatastrophe eine Million Menschen verhungern,
ohne dass du so eine Frage gestellt hättest."
Jedes Kind hat einen Gott in sich. Unser Bemühen, das Kind zu formen,
wird aus dem Gott einen kleinen Teufel machen. Die Kinder kommen in meine
Schule, kleine Teufel, die die Welt hassen: sie sind destruktiv, haben keine
Manieren, sie lügen, sie stehlen, sind unbeherrscht. Nach sechs Monaten sind sie
glückliche, gesunde Kinder, die nichts Böses tun...
Kommen Sie nach
Summerhill, und Sie werden sehen, dass die Bäume voller Früchte hängen; niemand
pflückt die Früchte; niemand strebt danach, die Autorität anzugreifen; sie sind
gut ernährt und kennen keine Ablehnung und keinen Ärger. Kommen Sie nach
Summerhill, und Sie werden kein behindertes Kind mit einem Spitznamen
finden (Sie wissen, wie grausam Kinder sein können, wenn jemand zum Beispiel
stottert). Sie werden niemanden finden, der einen Stotterer hänselt, niemals.
In diesen Kindern ist keine Gewalttätigkeit, denn niemand gebraucht Gewalt, das ist alles.
(A. S. Neill, der eine Art Einzelgängerschule in England für Jungen und Mädchen leitete und die Kinder einfach frei sein ließ)
Nicht eins, nicht zwei
"Wie sucht man Einheit mit Gott?"
"Je mehr du suchst, um so größer wird die Entfernung zwischen Ihm und dir."
"Wie überwindet man diese Entfernung?"
"Begreife, dass sie nicht wirklich vorhanden ist."
"Bedeutet das, Gott und ich sind eins?"
"Nicht eins, nicht zwei."
"Wie ist das möglich?"
"Die Sonne und ihr Licht,
der Ozean und die Welle,
der Sänger und sein Lied -
nicht eins, nicht zwei ..."
Dumme Frage
Auf der Straße traf ich ein kleines Mädchen, zitternd in einem dünnen Kleid, ohne Hoffnung, etwas Warmes zu essen zu bekommen. Ich wurde zornig und sagte zu Gott: „Wie kannst du das zulassen? Warum tust du nichts dagegen?“
Eine Zeit lang sagte Gott nichts. Aber in der Nacht antwortete er ganz plötzlich: „Ich habe wohl etwas dagegen getan. Ich habe dich geschaffen.“
Gott ohne Bart
Gott beschloss, der Erde einen Besuch abzustatten, also schickte er zuvor einen Engel hinunter, um zu sehen, wie dort die Lage war.
Der Engel kehrte zurück und berichtete: „Die meisten haben nicht genug zu essen und sehr viele sind arbeitslos.“
Gott sagte: „Dann werde ich in der Form von Nahrung für die Hungernden erscheinen und als Arbeit für die Arbeitslosen.“
Bomben von der alten Dame
Eine fromme alte Dame nach dem Krieg: „Gott meinte es gut mit uns. Wir beteten unablässig, so fielen alle Bomben auf die andere Seite der Stadt.“